Donnerstag, 29. Januar 2009

Trip to the Past 1, Überführung, Juli 2006















"Salty Tunes" liegt gut geschützt landeinwärts im Watt in der Nähe von Auray in der Südbretagne vor Anker und wir können sie übernehmen. Bereits hier stellt sie uns vor Aufgaben: Das vorausgeschickte Gepäck und die viele Ausrüstung schaffen wir vom Ufersaum aus mit dem zu kleinen, etwas schlappen Dinghi in einigen abenteuerlichen Fahrten an Bord.
Zum nächsten Hochwasser begleitet uns Voreigner Alain noch ein paar Stunden nach La Trinite sur Mer, wo er etwas wehmütig Abschied nimmt. Wir rüsten das Boot noch etwas zusätzlich aus; dann startet die Crew (Volker, Heike, Christian) zur Überführung nach Deutschland.
Wir besuchen Belle Ile für eine Nacht, segeln bei sonnigem und windschwachem Hochdruckwetter nach Le Conquet, wo wir nachts an einem Fischkutter, der wie seine sehr vielen Kollegen an einer Mooring liegt, längsseits festbinden. Großes Wunder: Am nächsten Morgen sind alle (!) Kutter weg, nur unserer liegt noch. Haben wir also die einzigen Fischer mit einem freien Tag erwischt. Sauber.

Wir können bald weiter, kreuzen durch den Chenal de Four und biegen in den Englischen Kanal ein. Ein angenehmer West bringt uns bis einige Meilen vor Alderney gut voran bevor er deutlich abflaut. Nix da mehr mit unserer vorausberechneten Ankunft in Cherbourg. Wir stehen nachts eine halbe Tide im Gegenstrom am Cap de la Hague auf der Stelle. Cherbourg ist die ganze Zeit gut zu sehen.
Die freundlichen Marinaleute leiten uns nach unserer Ankunft mit ihrem Dingi zum Liegeplatz, schieben und drücken noch etwas. Dann sind wir fest und bald kommen die ersten Neugierigen: Woher? Wohin? Interessantes Boot. Selten zu sehen. Wie das? Wie jenes? Nette Leute, ich freue mich über das Interesse.

Wir feiern Volkers Geburtstag. Morgens kommen wir -na klar- zu spät los. Der Westwind ist leicht, soll aber kontinuierlich mehr werden. So kommt es später auch.
Im östlichen Teil des Kanals werden wir von einer niedrig fliegenden englischen Militärmaschine
überflogen. Später in der Nähe von Calais müssen wir einem französischen Küstenwachboot über VHF genauestens Auskunft über uns, unsere Pläne und das Boot geben. Die passen schon auf!

Wir binden dann bald ein Reff hinein. Die Genoa ist bereits gegen die Fock getauscht. Wir machen gute Fahrt die Küste entlang. Vor Den Helder erwischt uns eine recht kräftige Bö und wir machen zum ersten Mal über 15 kn. 2 Reffs mittlerweile. "Salty Tunes" spielt ihre Vorteile aus. Unser enorm schnelles Floß macht keine Krängung. Wir fühlen uns sicher. Nördlich der Ostfrisischen Inseln erreichen wir später bis 18 kn Fahrt durchs Wasser. Von Süden zieht eine sehr dunkle Wand mit viel Wind auf. Nur noch mit der Fock segeln wir die letzten 20 sm nach Helgoland. Unser Anlegerbier haben wir uns verdient. Die 500 Meilen von Cherbourg waren anstrengend.

Heike muß leider von Bord. Volker und ich segeln das Boot 2 Tage später bei zunächst zermürbend schwachen Winden nach Wilhelmshaven, haben aber nachts die ganze Jade hinunter echten Belohnungswind. Schnelle Fahrt, keine Anstrengung. Das gibt es auch.

DANKE AN DIE CREW

AHOI & ENJOY AN ALLE

Einige Bilder zur Reise rechts oben in der Galerie, Klick dort für Großbild

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